Jetzt klau ich die Texte schon von intro.de. Tief bin ich gesunken:
Dass eine Band mit dem Namen Die Türen weit mehr sein wird als ein Witz für eine Saison, damit musste man nicht unbedingt rechnen. Und dennoch wird niemand den alten Herren aus Post-Münster ihre Nachhaltigkeit absprechen. Das Türen-Label Staatsakt erstellte über die eigene Band hinaus Platten, signte Künstler, und in reichlich Nebenprojekten arbeiteten die einzelnen Türen an der jeweiligen Ausformulierung ihrer Vollmeise.Vollmeise soll natürlich nicht despektierlich klingen, sondern schon den textlichen Gestus erfassen und die scheinbar schrankenlose Ausgelassenheit des Projekts ins Rennen schicken. Ist man bei deutschsprachigen Bands doch stets in Sorge, ob man bei der nächsten geäußerten Emotion oder gar beim nächsten Witz nicht peinlich berührt sein muss, kann man sich bei den Türen getrost zurücklehnen. Wildcard, gepaart mit viehischem Können, hebelt jede Peinlichkeitsoption aus.Und so ist es auch jetzt wieder – bei einem Album, das tatsächlich “Popo” heißt. Über den Dingen stehen – okay, kennt man ja. Aber es hat sich dennoch Kommunizierenswertes getan. Musikalisch: Man schöpft hier aus dem Vollen, wer zahlt denn eigentlich solche Produktionen, die all die angepumpten Genres wie Easy Listening, Ska, Rock-Ballade, ARD-Bigband, Disco so amtlich erscheinen lassen? Und wer schreibt denn solch aufwendige Partituren für diesen Zirkus-Indie-Pop? Gibt’s da Kurse? Also Hut ab: vor dieser Vielfalt und diesen, man kann es nicht anders sagen, diesen guten Songs. Textlich scheint alles etwas konzentrierter, denn neben all der Ironie und Albernheit ist das Thema: Lebens- und Arbeitswelten der 20- und 30-Jährigen mit Checkerkompetenz und ohne materielle Werte.
“Kunst ist die Cousine der Arbeitslosigkeit”, heißt es an einer Stelle, und wer sich die “Sag alles ab”-Pose der aktuellen Tocotronic privat aus finanziellen Gründen einfach nicht leisten kann, für den kommt hier die realistischere Ansage: “Pause machen ist nicht, sonst bist du arbeitslos und pleite.” Witzig und beängstigend. Aber das wirklich Auffällige und Überdauernde von “Popo” ist – und das wollte ich schon immer mal schreiben, hat sich nur nie angeboten – ist also: die sprühende Fantasie.
Die sind lustig, man sollte ihnen etwas abkaufen. CDs zum Beispiel. Oder Seelen.Cheapskates können aber auch erstmal laden & dann ein schlechtes Gewissen haben:
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